Sitemap  Inhaltsverzeichnis
Autor dieser Seiten:  Detlef Knick - Berlin 
 
Weitere Infos auf folgenden Seiten:
square30_yellow.gif  Prunkpendule um 1860 Joh. Hartmann
square30_yellow.gif  Französische Empire Pendule Anfang 19. Jh.
square30_yellow.gif  Französiche  Louis XVI Portaluhr um 1790
square30_yellow.gif  Französische Empire Portaluhr - Schwarzer Marmor
square30_yellow.gif  Wiener Biedermeier Portaluhr 1820/30 - 2 Alabastersäulen
square30_yellow.gif  Portaluhr um 1830 mit 6 Alabastersäulen
square30_yellow.gif Große Biedermeier Portaluhr um 1830 - 3 Alabastersäule
square30_yellow.gif Englische Skelett-Uhr um 1860
square30_yellow.gif Gründerzeit Pendule mit Lenzkirch Werk
square30_yellow.gif  Bronze Pendule Empire 1815 - Allegorie des Studiums
square30_yellow.gif  Bronze Pendule Empire 1820 - Anmutige Gärtnerin
square30_yellow.gif  Bronze Pendule Empire Astronomie - Uranie muse de l'astronomie
square30_yellow.gif  Übersicht Wiener Portaluhren
square30_yellow.gif  Französische Portaluhren des Empire
square30_yellow.gif Feuervergoldete Bronzeskulpturen der franz. Empire Pendulen  
square30_yellow.gif Die Kienzle Weltzeituhr 1938 - 1996
square30_yellow.gif JUNGHANS Art Déco Tischuhr um 1920
square30_yellow.gif Reparaturständer für Großuhren selbst gebaut
square30_yellow.gif Uhren Wörterbuch Deutsch-Englisch-Französisch
 
 
Weitere Infos zu
französichen Portal-Uhren   
 
 
 
Louis XVI Louis Seize Portaluhr
Um 1790
 
 
 
 
Pendule in Form eines Portikus aus weißem und cremefarbenem
Marmor mit Vasenbekrönung.
Die vergoldeten Bronze Appliken sind sehr filigran und bis ins kleinste
hervorragend gearbeitet.
 
Das trommelförmige Uhrwerk sitzt zwischen zwei rankenverzierten Pfeilern bekrönt von je einem Palmetten-Wedel.
Vergoldete Zeiger aus der Zeit. Sehr gut erhaltenes Emailzifferblatt
10,7 cm Durchmesser, mit röm. Ziffern und arabischer Minuterie.
 
Das sehr große Rundpendulen-Uhrwerk hat einen Durchmesser von
10 cm, eine Platinendicke von 2 mm.
 
Die späteren französischen Rundpendulenwerken aus der sog. "Zweiten Zeit" - etwa ab 1860 - hatten einen Durchmesser von 8 cm (!)
 
 
 Auch interessant auf dieser Seite  
 
Empfehlenswerte Literatur zu französischen Pendulen    
Die "Zweite Zeit" 1860 - 1900  Pendulen zweite Hälfte 19. Jh.    
Großuhren reinigen und einstellen. Die Hemmungen. Die Schlagfolge.   
 
 
Das Uhrwerk hat eine Hakenhemmung. Das Schloßscheiben-Schlagwerk schlägt die Stunden voll und die halben Stunden einmal auf die polierte Bronzeglocke, welche einen hohen Silberanteil aufweist. Dadurch ist der
Klang fein und zart aber doch relativ laut.
 
 Der Ton ist fein, aber unüberhörbar und lange nachhallend.
Hervorragend gestaltetes Pendel in Form eines sein Nest anfliegenden Vogels, dortige Vögel fütternd. Fadenaufgehängtes Pendel mit rückseitiger Regulierung.
 
Auf der Schlagwerksfeder ist ein Reparaturzeichen, der Name des Uhrmachers und die Jahreszahl 1808. Siehe Foto (!)
Die Uhr könnte also 15 -20 Jahre älter als die erste Reparatur sein.
 
Höhe: 48 cm  -  Breite: 29 cm  -  Tiefe: 10 cm
 
 
   Klick auf die Vorschaubilder  - Vergrößerte Darstellung in einem zweiten neuen Fenster
portaluhr louis seize 01.jpg
portaluhr louis seize 02.jpg
 
portaluhr louis seize 03.jpg 
 
portaluhr louis seize 04.jpg
 
portaluhr louis seize 05.jpg
portaluhr louis seize 06.jpg
portaluhr louis seize 07.jpg
portaluhr louis seize 15.jpg
 
portaluhr louis seize 16.jpg
 
portaluhr louis seize 08.jpg
portaluhr louis seize 09.jpg
 
portaluhr louis seize 10.jpg
 
portaluhr louis seize 11.jpg
portaluhr louis seize 12.jpg
portaluhr louis seize 13.jpg
portaluhr louis seize 14.jpg
portaluhr louis seize 17.jpg
portaluhr louis seize 18.jpg
portaluhr louis seize 19.jpg
portaluhr louis seize 20.jpg
portaluhr louis seize 21.jpg
portaluhr louis seize 22.jpg
portaluhr louis seize 23.jpg
portaluhr louis seize 24.jpg
portaluhr louis seize 25.jpg
portaluhr louis seize 26.jpg
Großes handgefertigtes Französisches Pendulen-Uhrwerk von 10 cm Durchmesser.
Relativ dünne Platinen von 2 mm.
 
Reparaturzeichen und Jahreszahl 1808 auf der Schlagwerkfeder.
 
Fertigung der Uhr daher
vermutlich vor 1800 (!?)
portaluhr louis seize 27.jpg
 
 
 
 
Empfehlenswerte Literatur zu französischen
Pendulen u. Empire- Bronzependulen
 
Antiquarische Büchersuche z.B. hier: http://www.zvab.com/index.do   oder   http://www.abebooks.de/
 
 
 
Elke Niehüser
Die französische Bronzeuhr
 
Eine Typologie der figürlichen Darstellungen (1997) Spez. Empire Bronzependulen.
München Callwey 1997  -  ISBN 3766712772
Mit einer bebilderten Übersicht von 1365 Bronzependulen Format: 25 x 28 cm, 269 Seiten, über 1600 Fotos Dr. Elke Niehüser ist es erstmalig gelungen, die Geschichten lebendig zu machen, die sich hinter den Bronzefiguren auf den französischen Pendulen verbergen. Meist bilden Götter, Helden und allegorische Darstellungen aus der griechischen und römischen Mythologie das Zentrum dieser Darstellungen. Die unterhaltsamen, dramatischen oder berührenden Geschichten, die sich hinter den Darstellungen verbergen, sind jedoch nur wenigen bekannt.
Dieser erste Teil enthält 208 Farb- und 97 s/w-Fotos. Der zweite Teil des Buches besteht aus einer Übersicht von 1365 nachweisbaren Bronzependulen, jeweils mit s/w-Foto und mit den entsprechenden Literatur-Fundstellen
Im Anhang findet man ein Quellenverzeichnis, eine Bibliographie, ein Namensregister und einen Bildnachweis.
 
 
Tardy
La Pendule Française - 2e Partie:   Du Louis XVI à nos jours
Band 2: Von Louis XVI bis heute
Für die meisten Uhrenfreunde dürfte dieses der wichtigste Band des TARDY sein,
da er die Epochen Louis XVI des Directoire und Empire behandelt.
Mit folgenden Kapiteln --->
* Transition Entre les Styles Louis XV et Louis XVI
* Le Style Louis XVI (1750-1790)
* Le Directoire - Le Style Empire (1800-1830)
* Le Style Louis XVIII-Charles X (1814-1830)
* Le Style Louis Philippe et Napoleon III (1830-1870)
* Le Modern´Style ou Style 1900 (1890-1920)
 
Das Standardwerk über französische Pendulen überhaupt (!) Erstmalig ab 1963.
In versch. Auflagen im antiquarischen Handel. z.B. 1964-1969
Ca. 250 Seiten. Format: 32x24 cm.
Der gesamte Tardy besteht aus 3 Bänden.
Außerdem noch erhältlich:
Band 1 ---> De l´horloge gothique à la pendule Louis XV
Band 3 ---> Le Provinces francaises Horloges et pendules étrangères
 
 
Hans Ottomeyer und Peter Pröschel
Vergoldete Bronzen
Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus
 
München 1986 - 23,5 x 28 cm.  750 Seiten (Zwei Bände)  -  1080 S/W Abb. und
48 Farbtafeln. Verlag: Klinkhardt & Biermann
ISBN-10: 3781402177  und  ISBN-13: 978-3781402171
Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus.
Band I: Katalog der Bronzearbeiten.
Band II: Beiträge zur Geschichte und Technik der Bronzearbeiten, zu Künstlern
und Werkstätten.
 
Pierre Kjellberg
Encyclopedie de la pendule française (Paris 1997)
 
23,5 x 28,5 cm.  325 S/W Abb. - 732 farbige und 5 Zeichnungen. 526 Seiten.
Umfangreiches Nachschlagewerk zu französischen Pendulen.
ISBN: 9782859174125
 
 
Eric M. Moorman &
Wilfried Uitterhoeve
 
Van Alexandros tot Zenobia (1989)
 
J.J.L. Haspels
 
Koninklijke Klokken
in Paleis het Loo (2003)
 
A. Smith
 
The country life international dictionary of clocks
 New York Putnams Sons
350 S. mit zahlreichen Abb.
30 x 23 cm.
 
Jean-Dominique Augarde
 
 Les Ouvriers du Temps (1996)
 
 
 
 
Drei Bücher zur Reparatur und Restaurierung von Groß-Uhren
Die Beschreibung in diesen Büchern richtet sich an den Laien.
Daher sind kaum Vorkenntnisse nötig !
 
Reparatur
antiker Pendulen
 
H. Jendritzki
Bibliothek des Schweizer Uhren
und Schmuck Journals.
Gut erklärt, mit vielen
techn. Zeichnungen.
ISBN 2-88012-010-1 - 170 Seiten.
 
Reparieren alter Uhren
 
Eric Smith
- Callwey-Verlag -
Eine Anleiung für Restauratoren, Sammler und Liebhaber.
Einige Zeichnungen und Fotos.
ISBN 3-7667-0376-5 - 230 Seiten.
Alte Uhren reparieren
 
Laurie Penman
- Callwey-Verlag -
Erklärt viele Grundlagen, mit div.
Zeichnungen. Tolles Buch!
ISBN 3-7667-1099-0  -  191 Seiten.
 
 
 
 
 Die "Zweite Zeit" 1860 - 1900
Pendulen in der zweiten Hälfte 19. Jh.
 
Es ist wohl folgerichtig, dass man in der zweiten Häfte des 19. Jahrhundert mit
seinem Stilpluralismus - auch als Historismus oder Gründerzeit bezeichnet -
die verschiedenen Pendulentypen wieder neu auflegte und nachfertigte (!)
 
 
Diese sog. "Zweite Zeit" - etwa zwischen 1860 und 1900 - folgt der fortschreitenden
Industrialisierung als man fast nur noch Massenware statt handgefertigter Exemplare
herstellte.
 
Statt feuervergoldeter Bronze kam in vielen Fällen der preiswertere Zinkguß oder Messing zum Einsatz. Diese Zinkußlegierungen waren je nach Hersteller von sehr unterschiedlicher - guter bis sehr schlechter - Qualität.
 
Man "veredelte" die Oberflächen der Zinkgußlegierungen häufig mit einer golden schimmernden bzw. Goldbronzeähnlichen Mixtur. Es sollte ja wie eine "richtige Vergoldung" aussehen. Das Rezept dieser Mixturen war ein besonderes Geheimnis der verschiedenen Hersteller. Mal sah der Farbton eher nach einer echten Feuervergoldung aus, mal weniger. Nur selten findet man noch eine echte Feuervergoldung (!)
 
Die genaue Ausformung der Applikationen und der Figuren war nicht mehr so detailreich
und oft grob gehalten. Die wichtigen Ziselierungen der Oberflächen fehlten fast vollständig.
Normalerweise wurde auf die extrem aufwändige und gefährliche 24-karätige
Feuervergoldung verzichtet. Diese wurde 1903 sowieso verboten.
 
 
 
Viele Infos zur alten echten Feuervergoldung gibt es hier
 
Klick hier
 
 
 
 
Das Uhrwerk ist dabei in den meisten Fällen
ein standardisiertes Pariser Rundpendulen Uhrwerk.
 
Gangdauer ca. 10 Tage.
Schloßscheiben-Schlagwerk mit Schlag zur vollen und halben Stunde auf eine Halbschalenglocke.
 
Das Pendel war normalerweise an einer Stahl-Pendelfeder aufgehängt. Diese Art der Pendlaufhängung wurde erst Mitte des 19. Jh. erfunden. Davor wurden Pendel mittels eines Faden aufgehängt. Wie auf dem rechten Foto zu sehen (!)
 
Als Hemmung kam fast nur eine sog. Ankerhemmung zum Einsatz.
 
Die mechanische Qualität dieser - in sehr großer Zahl hergestellten - Werke war recht gut.
Pariser Rundpendulenwerk
Typisches Pariser Rundpendulen Uhrwerk
aus der 1. Hälfte des 19. Jh. mit Fadenaufhängung (!)
 
  Wenn Sie den Mauszeiger über das Bild
bewegen, sehen Sie alle Einzelteile.
Marmor wurde auch in der 2. Hälfte des 19. Jh. wieder vielfältig eingesetzt. Oft bunt geäderter und grauer Marmor. Aber nur noch selten kam teurer weißer Carrara oder schwarzer Belgischer Marmor zur Anwendung.
 
 
In dieser zweiten Epoche ab ca. 1860 wird die Leistung der früheren Bronzekunst nicht mehr erreicht. Gerade dieses Beziehungsgeflecht zwischen den Handwerkern im Großraum Paris hatte Anfang des 19. Jh. (ca.1790-1830) absolute Spitzenleistungen ermöglicht.
 
 Natürlich schlägt sich das im heutigen Verkaufspreis nieder. Die Säulenpendulen/ Portaluhren und Bronzependulen des ausgehenden 19. Jahrhunderts - ab etwa 1860 - liegen daher im Handelswert weit unter denen ihrer Originale von 1790 - 1830 (!)
 
Problematisch könnte sein, dass viele interessierte Laien auf Grund mangelnder Erfahrung nicht erkennen können, dass es sich bei Käufen "nur" um die sog. "Zweite Zeit" handelt.
 
Dennoch erfreuen sich gerade Großuhren dieser zweiten Zeitepoche heute größter Beliebheit. Sind sie doch in der Anschaffung viel preisgünstiger. Die hier oft eingebauten typischen Pariser Rundpendulen-Uhrwerke sind gutmütige lang erprobte Erzeugnisse von guter Qualität.
 
 
 
    Klick auf die Vorschaubilder 
  Vergrößerte Darstellung in einem zweiten neuen Fenster
 
Beispiel einer typischen Portaluhr der "Zweiten Zeit" um 1860
 
portaluhr_2.Zeit_1880_01.jpg
Hier mit vier Säulen aus weißem/creme-
farbenem Marmor.
 
Vasenbekrönung und Applikationen aus Messing und Bronze z.T. vergoldet.
Typisches Produkt zum Ende des
19. Jahrhundert mit einem Pariser
Rundpendulenwerk.
 
Werk-Durchmesser 82 mm.
Platinendicke 2,2 mm.
Schloßscheibenschlagwerk,
Schlag für halbe und volle Stunden
auf eine Bronzeglocke.
 
Sonnenpendel mit Pendelfeder,
Länge regulierbar mit Vierkant
über der “12”. Emaille-Zifferblatt.
Gangdauer ca. 10 -12 Tage.
 
portaluhr_2.Zeit_1880_02.jpg
 
portaluhr_2.Zeit_1880_03.jpg
 
portaluhr_2.Zeit_1880_04.jpg
portaluhr_2.Zeit_1880_05.jpg
 
 
portaluhr_2.Zeit_1880_07.jpg
portaluhr_2.Zeit_1880_08.jpg
portaluhr_2.Zeit_1880_09.jpg
 
 
portaluhr_2.Zeit_1880_06.jpg
portaluhr_2.Zeit_1880_10.jpg
portaluhr_2.Zeit_1880_11.jpg
 
 
 
Weitere Beispiele Pendulen der "Zweiten Zeit"  1860 - 1900
 
 
Video ansehen ? Hier klicken !
Video ansehen
Klick auf das Foto
Alabaster Kaminuhr
 
Video ansehen ? Hier klicken !
Video ansehen
Klick auf das Foto
Kaminuhr nach berühmtem Vorbild
 
 
 
 
Alle Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern
 
pendule_um_1880_01.jpg
 
 
 
pendule_um_1880_09.jpg
 
pendule_um_1880_02.jpg
pendule_um_1880_07.jpg
pendule_um_1880_03.jpg
 
pendule_um_1880_04.jpg
pendule_um_1880_06.JPG
pendule_um_1880_12.jpg
 
pendule_um_1880_08.jpg
pendule_um_1880_11.jpg
pendule_um_1880_13.jpg
pendule_um_1880_05.JPG
pendule_um_1880_10.jpg
 
 
 
 
Hier gibt es Informationen zu folgenden Themen...
 
Alte Großuhren Reinigen, Ölen und Einstellen
Die wichtigsten Hemmungen der Großuhren
Die Schlagfolge bei Alten Uhren
 
 
 
 
YouTube Videos "Alte Uhren" reparieren
 
 
 
 
Video ansehen ? Klick hier !
 
 Französisches Pendulenuhrwerk
in Funktion ansehen !
 
 
Überholung / Reparatur
eines Stand- Uhrwerks
 
 
Uhren Reparatur in der
Uhrmacherei Boxberg
 
 
Schlagwerkkorektur
einer Großuhr mit
Schlossscheibenschlagwerk
 
 
Funktion eines
Rechenschlagwerks
 
 
 
Funktion eines
Schlossscheibenschlagwerks
 
Die Funktion einer
Ankerhemmung
 
 
Hier klicken !
 
Deutsche Uhrmacher restaurieren wertvolle Uhren in St. Petersburg
 
 
 
 
Alte Großuhren Reinigen, Ölen und Einstellen
- Tipps für den interessierten Laien -
 
 
Ersatzteile, Materialien und Werkzeuge gibt es u.a. bei den Firmen SELVA und FLUME
Selva wurde 2017 an die Fa. Flume verkauft. Betreibt aber weiter seinen Online-Shop.
 
 
 
Hausstaub und verharztes altes Öl führen nach Jahrzehnten zu Lagerreibung und Schwergängigkeit.
 
Oft läuft eine Uhr nach einer Reinigung wieder zufriedenstellend. Sofern man es sich selbst zutraut, sollte also erwogen werden, das Uhrwerk komplett zu demontieren und zu reinigen.
 
Ansonsten sollte man einen Antik-Uhrmacher mit der Überholung des alten Uhrwerks beauftragen.
Für ein typisches Pariser Rundpendulenuhrwerk aus dem 19. Jh. muss man mit ca. 200-350 Euro Kosten rechnen, sofern keine weiteren mechanischen Arbeiten notwendig sind. (Stand 2018)
 
 
 
1. Zunächst über die Position der einzelnen Räder, Hebel und Funktionsteile eine Skizze anfertigen. Die Federhäuser - soweit vorhanden - für Geh- und Schlagwerk(e) kennzeichnen.
 
 
2. Vor Beginn der Demontage, in jedem Fall zuerst die Zugfedern entspannen, da sonst erhebliche Verletzungsgefahr besteht! Auch kann ein zurückschnellendes oder herausspringendes Federhaus Räder, Triebe und Wellen beschädigen.
 
 
3. Für das Entspannen der Zugfedern ist z.B. ein Handbohrgriff das ideale Hilfswerkzeug. Darin wird der Aufzugsvierkant fest ein gespannt. Ein passender Uhrenschlüssel geht natürlich auch. Eine leichte Drehung in Aufzugsrichtung gibt den Sperrkegel frei, er kann vom Eingriff in das Sperrrad abgehoben und festgehalten werden.
 
Vorsicht bei rechts drehenden Federhäusern - das Spannfutter im Handbohrgriff kann sich öffnen. Dem Bestreben der Zugfeder, sich zu entspannen, nun vorsichtig nachgeben.
 
Wenn der Druck am Handbohrgriff zu stark wird, den Sperrkegel wieder einrasten lassen, am Bohrgriff nachfassen und das ganze wiederholen, bis keine Spannung mehr auf der Feder ist. Den Handbohrgriff wieder lösen und entfernen.
 
 
4. Jetzt die Pfeilermuttern lösen und das Uhrwerk auseinandernehmen.
 
 
5. Alle Teile, ausgenommen Federhäuser mit eingebauter Feder, je nach Verschmutzungsgrad kürzer oder länger - in eine Reinigungslösung legen und mit Bürste oder Pinsel ausbürsten.
 
Für das Reinigungsbad gibt es käufliche Flüssigkeiten. Man kann aber auch selbst eine Lösung ansetzen.
 
Dazu nehme man eine flache Schale mit einer Lösung aus heißem Wasser, einem guten "Schuß" verdünntem Salmiakgeist und etwas flüssiger Seife oder Spülmittel.
Ca. 30-45 Minuten eingelegt lassen. Evt. mit einer weichen Bürste (Zahnbürste?) abputzen.
 
Nach diesem Reinigungsbad die Uhrwerkteile zum Abspülen und Neutralisieren in eine flache Schale mit Benzol oder Reinigungs-Benzin legen.
 
Dort noch einmal schwenken, und danach mit einem fusselfreien Tuch oder moderater Warmluft (Fön) gründlich trocknen. Eventuelle Lagerbohrungen (wenn Platinen und Brücken gereinigt wurden) mit einem dünnen runden Putzhölzchen (Zahnstocher?) innen reinigen
 
 
6. Federhäuser dürfen im geschlossenen Zustand und mit eingebauter Zugfeder nicht in die Reinigungsflüssigkeit gelegt werden. (!) Sofern man auch die Federhäuser innen sowie die Zugfedern reinigen möchte, sollte man folgendes bedenken.
 
Nach dem vorsichtigen Ausbau, die Federn auf ihre Spannkraft kontrollieren. Offen liegend sollte eine entspannte Feder mindestens den vierfachen Durchmesser des Federhauses haben.
 
Einige Zugfedern sind nach jahrelanger Funktion lahm und müssen erneuert werden. Das Einwinden von Hand ist etwas mühsam, aber machbar. Einfacher geht diese Arbeit mit einem käuflich zu erwerbenden Federwinder.
 
 
7. Die Reinigung der Uhrenteile in einer Ultraschallanlage ist natürlich einfacher, gründlicher und braucht weniger Zeit als manuelles Reinigen. Ultraschallwellen können jedoch den Zugfedern schaden, sie dürfen daher nicht in die Reinigungsanlage.
 
 
8. Vor dem Zusammenbau des Uhrwerks nochmals sämtliche Lagerstellen und Radzapfen auf Sauberkeit prüfen. Zugfedern nach dem Einwinden ölen, wobei das verwendete Öl für diesen speziellen Fall nicht absolut hochwertig sein muss.
 
 
9. Nach dem gelungenen Zusammenbau, alle Funktionen überprüfen. Zum Schluß alle Lagerstellen mit einem Uhrenöl für Großuhren (!) ölen. Siehe bei bei SELVA, Großuhren-Öl No. 3-5.
Die ineinandergreifenden Zahnräder werden NICHT geölt.
 
Eine Ausnahme bildet das Gangrad - auch Steigrad genannt - in das der Anker eingreift. Die Ankerklauen bzw. die Zahnspitzen des Steigrads mit etwas Öl versehen. Dies bewirkt gleichzeitig eine Dämpfung des »Tick« - Geräuschs.
 
 
 
 
 
 
Das Nachölen älterer, mechanischer Uhrwerke ist nur dann sinnvoll, wenn alle Lagerstellen einigermaßen sauber erscheinen.
 
Hierbei sei aber erwähnt, dass das Nachölen insofern problematisch sein  kann, weil sich das "neue" Uhrenöl mit dem noch vorhandenen "alten" Uhrenöl mischt. Da beide Öle chemisch unterschiedlich sein werden, kann es in den nächsten Jahren zu unerwünschten Reaktionen kommen welche dazu führen, dass das Uhrwerk früher oder später doch wieder stehen bleibt.
 
Wenn die allgemeine Verschmutzung eines Uhrwerks nicht allzu groß ist und die Zapfenlager noch einigermaßen in Ordnung sind, kann man mit einem Feinreiniger Spray aus eine Kurzreinigung OHNE Demontage vornehmen.
 
Damit alle Lagerbohrungen, Triebe und Räder gezielt mit dem Röhrchen einsprühen. Alte Öl- und Schmutzablagerungen - wenn nicht verharzt - sollten so herausgespült werden und können danach abfließen.
 
 
 
Verschiedene Hersteller bieten zur Rückstandslosen Entfettung
und Reinigung entsprechende Produkte in Spraydosen an.
 
 
 
 
1. CRC-Kontaktchemie
Kontakt Spray 601
Artikel Nr. 728 09
Dose mit 200 ml.
2. Liqui Moly
Reinigungsspray
Dose 500 ml
3. Elaskon
Spezialreiniger
Dose 600 ml
 
 
 
Dabei sollte mit dem Sprühmittel nicht gespart werden. Bei geschlossenen Federhäusern darauf achten, dass das Mittel nicht in die Federhäuser läuft, da sie seitlich eine kleine Öffnung haben.
 
Der Feinreiniger trocknet von allein. Eventuelle Schmutzreste auf den Platinen sollten jetzt vorsichtig mittels kleinen Putzlappen, Wattestäbchen usw. abgewischt werden. Dabei hilft auch Reinigungsbenzin (!)
 
Nach der "Schnellreinigung" mit Feinreiniger-Spray, das Uhrwerk mit Uhrenöl für Großuhren - z.B.  Uhrenöl No. 3-5 von SELVA ölen.
 
Nocheinmal...... Diese Art der "Uhrwerk - Reinigung" ist nur ein Notbehelf bei leichten Verschmutzungen. Ein professioneller Antik-Uhrmacher wird soetwas natürlich nicht machen....
 
 
 
 
 
 
Allgemeines über das richtige Ölen von Großuhrwerken.....
 
Öl vermischt mit Staub verhindert die einwandfreie Kraftübertragung.
Ist eine Uhr dazu noch extremer Wärme ausgesetzt gewesen, kann das Öl - je nach Qualität - sich früher verflüchtigen, dick werden oder auch verharzen.
 
Die Folge sind Reibungsverluste in den Lagerstellen und ein schwergängiges Räderwerk, das schließlich versagt.
Äußerst nachteilig wirkt sich auch der überall vorhandene Haus-Staub aus, weil er sich mit dem Öl vermischt. Er erzeugt eine schwarze Schmiere in den Lagern. Das führt früher oder später zu einer schädlichen Schleifwirkung in den Lagern.
 
Ausgelaufene Lager und raue Wellenzapfen sind die Folgeschäden. Eine einwandfreie Kraftübertragung ist dann nicht mehr gewährleistet.
 
Lieber weniger als zuviel ölen. Intakte, saubere Lager lassen sich nachölen. Aber auch hier können Probleme auftreten, z.B., wenn die Öle sich nicht miteinander vertragen. (Siehe auch Text weiter oben)
 
Beim Nachölen oder beim Ölen nach einer Reinigung des Uhrwerks gilt der Grundsatz: »Lieber etwas weniger, als zuviel«. Dabei werden grundsätzlich nur die Zapfen der Räder in der vorderen und hinteren Werkplatine geölt.
 
Geölt werden darf prinzipiell nur dort, wo Reibung entsteht, also zunächst in den Platinenlagern.
Das Öl muss punktgenau und präzise mit einem speziellen Ölgeber dosiert an die Schmierstelle gebracht werden.
Tip --> Man kann auch einen dünnen Messingdraht in das Öl tauchen und dann auf die zu ölende Stelle geben.
 
In der Regel haben die Platinenlager an der Außenseite Senkungen zur Aufnahme einer geringen Ölmenge. Ein Zuviel an Schmierstoff ist schädlicher als zu wenig, denn sobald ein Tropfen von der Ölstelle wegläuft, zieht er weiteres Öl nach. Ein »überöltes« Lager läuft also schneller trocken! Vergisst man dagegen eine Stelle zu ölen, ist erhöhter Verschleiß die Folge.
 
Die Zähne der Räder dürfen nicht geölt werden, denn Öl zieht dort verstärkt Staub an, so dass die Verzahnung irgendwann klemmen würde.
 
Eine Ausnahme bildet das Gangrad – auch Steigrad genannt – in das der Anker eingreift. Die Ankerklauen bzw. die Zahnspitzen des Steigrads mit etwas Öl versehen. Dies bewirkt gleichzeitig eine Dämpfung des »Tick«- Geräuschs.
 
Immer das "richtige" Öl verwenden. Für Großuhren also nur Großuhrenöl, kein Öl für Taschenuhren oder Nähmaschinen etc. verwenden. Im Internet zu beziehen u.a. bei SELVA
 
 
 
 
 
 
Abhilfe bei ungleichmäßigem Ticken.... man nennt es "Abfall" einstellen !
 
Mechanische Uhren mit Pendel sollen und müssen ein völlig gleichmäßiges Ticken von sich geben. Es gibt Menschen, welche ungleichmäßiges Ticken nicht einmal hören, andere wieder stört das ungleichmäßige Tick-Tack ungemein. D.h. dass die Zeitspanne zwischen dem Tick und dem Tack Geräusch exakt gleich sein muss.
 
Für die Uhr selbst ist ein ungleichmäßiges Ticken von Nachteil. Sie geht u.U. nicht genau, und der Anker nutzt sich ungleichmäßig ab, im Extremfall bleibt die Uhr einfach stehen.
 
Bevor hier mechanisch eingegriffen wird, könnte man in leichten Fällen damit Abhilfe schaffen, die gesamte Uhr durch einseitiges Unterlegen von z.B. Filzunterlagen - linke oder oder rechte Seite - leicht in eine "Schieflage" zu bringen. Wenn es sich nur um 1-2 mm handelt, sieht man das kaum. Das Ticken ist aber wieder gleichmäßig. Analog gilt das auch für Wanduhren indem man sie 1-2 mm "schief" hängt.
 
Bei den beliebten französischen Pendulen kann man oft auch (am Zifferblatt-Rand bzw. der Lünette anfassen) das gesamte Uhrwerk im Gehäuse leicht nach links oder rechts drehen.
Auch hier, oft handelt es sich nur um 1-2 mm, ist der Abfall danach ist wieder gleichmäßig.
 
 
Wenn das Ticken der Uhr also "hinkt" oder "galoppiert", gibt es noch folgende
Lösungen für dieses Problem:
 
Es gibt normalerweise zwei Konstruktionsarten wie die Pendelführung/Pendelgabel mit der Ankerwelle verbunden ist. Danach richtet sich die Problemlösung. Das sollte also vorher geklärt werden.
 
Bei Uhren, deren Ankerwelle mit der Pendelführung fest verbunden ist - sei es vernietet oder verlötet - muss die Pendelführung leicht nach links oder rechts gebogen werden.
 
Bitte beachten, dass die Pendelführung mit zwei Fingern festgehalten werden muss, da sonst die Gefahr besteht, dass die dünnen Ankerwellenzapfen brechen.
 
Sind Pendelführung und Ankerwelle aber nicht fest miteinander fest verbunden, sondern lassen sie sich gegenseitig (reibschlüssig) verdrehen, dann müssen Sie bei der Korrektur folgendes beachten:
 
     1. Das Uhrgehäuse so weit nach links oder rechts schräg hängen oder kippen, bis das
         Ticken vollkommen gleichmäßig ist.
 
     2. Die Pendelführung vorsichtig in Richtung der Schräglage führen, bis der Anker im
         Zahngrund des Steigrads aufsitzt und ein leichter Widerstand spürbar ist.
 
     3. Die Pendelführung geringfügig über den Widerstand hinaus drücken. Ist die
         Bewegungsfreiheit der Pendelführung eingeengt, muss man mit der freien Hand
         den Anker arretieren und die Uhr wieder senkrecht hängen.
 
     4. Das Tickgeräusch nun wieder abhören.
 
     5. Ist das Ticken noch immer nicht gleichmäßig, wiederholen Sie bitte den Justier-
         vorgang - falls erforderlich auch in die entgegengesetzte Richtung.
 
Präzisions-Pendeluhren besitzen oft eine speziell konstruierte Pendelführung.
Bei solchen Uhren befindet sich an der Führung eine Stellschraube oder eine Rändelscheibe zur Feineinstellung. Mit dieser Reguliervorrichtung können Sie leicht und bequem ein gleichmäßiges Ticken einstellen.
 
Was hier beschrieben wurde, bezeichnet der Uhrmacher in seiner Fachsprache als "Abfall einstellen". Kommt von der Bewegung des Steigrads, das Zahn um Zahn "abfällt".
 
 
     Ein kleines Uhren-Übersetzungswörterbuch
für Deutsch-Englisch-Französisch gibt es hier.  
 
 
 
 
- Die wichtigsten Hemmungen der Großuhren -
 
 
Ankerhemmung
Die Ankerhemmung in Funktion
 
Die Hemmung (früher auch Gang; franz. échappement; engl. escapement) ist jene Baugruppe in Räderuhren, die die Verbindung zwischen dem Räderwerk und dem Gangregler (etwa dem Pendel) herstellt.
Sie besteht in der Regel aus dem Hemmungsrad (Gangrad, Steigrad oder Ankerrad) und dem Hemmstück (Anker, Ruhestück).
Der Gangregler bewirkt über das in das Hemmungsrad eingreifende Hemmstück das periodische Anhalten ("Hemmen") des Räderwerks und damit den regelmäßigen Gang der Uhr.
 
 
 
Die Spindelhemmung - ist die älteste (rückfallende) Hemmung an Räderuhren (Groß- und später auch Taschenuhren) Abwechselnd greifen die Lappen der Spindel in das Hemmungsrad ein, das die Form eines Kronenrades mit sägeähnlichen Spitzen hat, und lassen es um jeweils einen Zahn weiterlaufen Waag.

Die
Ankerhemmung (Bezeichnung nach der optischen Form eines Ankers) - ist eine zusammenfassende Bezeichnung (!) für die rückführende Haken- als auch für die ruhende Graham- oder Brocothemmung.

Die
Hakenhemmung - auch Clement - Ankergang genannt. 1680 von William Clement eingeführte rückführende Ankerhemmung mit einem Hemmungrad, dessen Zähne senkrecht zum Trieb stehen. Der ankerförmige Teil der Hemmung gibt im Wechsel einen Zahn frei und hemmt dabei gleichzeitig den anderen.

Die
Grahamhemmung - 1710 von George Graham erfundene ruhende Ankerhemmung für Präzionsuhren.

Die
Béthune-Hemmung - von Chevalier de Béthune 1727 entwickelte rückfallende Hemmung für Pendeluhren, die eine Variante der Spindelhemmung ist. Sie besitzt senkrecht zum trieb des Hemmungrades stehende Zähne und eine geteilte Spindel,
deren Lappen an zwei verschiedenen Wellen befestigt ist, die durch zwei Hebel miteinander in Verbindung stehen.

Die
Scherenhemmung - auch Stiftenhemmung. Von Louis Amant 1741 entwickelte ruhende Hemmung mit einem Hemmungsrad, das senkrecht zum Radstreifen stehende Stifte trägt, welche durch die hin- und hergehende Schere hindurchgeführt werden.

Die
Brocot-Hemmung - von Louis Gabriel Brocot 1826 erstmals vorgeführte ruhende Ankerhemmung, für die er 1847 ein Patent erhielt. Die Brocot-Hemmung hat zwei senkrechte zur Fläche des Ankers stehende halbrunde Stifte aus Stahl oder häufiger aus Stein (Rubin), die als Paletten dienen. Bei französischen Pendulen ist die Brocothemmung sehr häufig in einer Aussparung des Zifferblattes sichtbar angebracht.

Die
Chronometerhemmung, von Pierre Le Roy 1748 entwickelte freie Hemmung, die häufig in Schiffschronometern verwendet wurde. Auch heute noch wird sie gelegentlich in abgewandelter und verbesserter Konstruktion gebraucht.
Man unterscheidet die Chronometerhemmung mit Feder (meist in Schiffschronometern und anderen Großuhren) und die Chrono-meterhemmung mit Wippe (meist in Taschenuhren).
 
Bei der Chronometerhemmung mit Feder hält der an der Feder befestigte Ruhestein das Hemmungsrad an, bis der an einem Teller an der Unruhwelle befindliche Auslösestein die Feder anhebt und damit den Ruhestein aus dem Hemmungsrad herauszieht, das sich weiterdreht und mit einem Zahn auf den an dem Teller befestigten zweiten Stein, den Antriebsstein, fällt und die Unruh antreibt. Diese erhält beim zurückschwingen jedoch keinen Antrieb. Er erfolgt nur bei jeder zweiten Schwingung. (freie Hemmung)
 
 
 
 
- Die Schlagfolgen bei Alten Uhren -
 
 
1.   Voller Stundenschlag. Nur Angabe der vollen Stunden.
Bei frühen Uhren und häufig bei Bodenstanduhren bis hinein ins 19. Jahrhundert gebräuchlich.
 
2.   Angabe der vollen und halben Stunden. Französischer Schlag genannt - wobei die halben Stunden nur mit einem Schlag angegeben werden.
Diese Form ist ab 2. Hälfte des 17. Jh. in Frankreich und auch bis heute sehr gebräuchlich. In einigen anderen Ländern aber erst ab dem 19. Jahrhundert.
In Teilen Deutschlands im 18. Jh. auch bekannt z. B. im bergischen Land, wo die halbe Stunde auf einer kleinen Glocke oder Tonfeder geschlagen wird - meistens als „passing strike“.
 
3.   Passing Strike in England auch "angerissener Schlag" oder Schlag "en passant" genannt. D.h. 1x Schlag immer zur vollen Stunde. Auslösung wird vom Gehwerk betätigt. Also kein Extra Schlagwerk.
 
4.   Comtoiser Schlag. Die Comtoise-Uhren schlagen die vollen und halben Stunden und wiederholen die volle Stunde ein paar Minuten danach. Ähnlich funktioniert der Ribotta-Schlag bei Italienischen Uhren. In Deutschland wurde früher bei Kirchturmuhren auch weit verbreitet die volle Stunde nachgeschlagen, aber unmittelbar.
 
5.   Holländischer- oder Wechsel- Schlag. Wird in England Dutch Striking genannt.
Angabe der vollen und halben Stunden jeweils mit voller Schlagzahl. Die halben Stunden werden zur Unterscheidung auf eine andere Glocke geschlagen.  Diese Bauweise war auch in England bekannt, aber um ½ wird die vergangene Stunde und nicht die kommende Stunde geschlagen.
 
6.   Dreiviertelschlag. (Auch ¾-Schlag oder Berner Schlag genannt). Alle Viertel werden angegeben und (nur) beim vierten Viertel wird die volle Stunde auf eine größere Glocke geschlagen. Im Gegensatz zur Petite Sonnerie, wo die 4 Viertelschläge NICHT geschlagen werden.
 
7.   Petite Sonnerie. Hier werden die Viertelstunden - ggfs. mit Doppelschlag auf 2 Glocken - angegeben. Zur vollen Stunde wird die Stundenzahl ohne Viertelstunden auf eine größere Glocke geschlagen.
 
8.   Grande Sonnerie. (Vor allem in Frankreich u. Schweiz gebräuchlich) Bei jeder Viertelstunde wird zuerst die volle Stunde auf eine größere Glocke und dann die Viertel (meist im Doppelschlag) angegeben - aber nicht zur vollen Stunde, hier wird die Stundenzahl ohne Viertelstunden geschlagen.
 
9.   Vierviertelschlag mit vollem Nachschlag. Auch 4/4-Schlag, Wiener Vierviertelschlag oder Wiener Vollstundenschlag genannt. Hier wird nach jedem Viertelschlag die volle vergangene Stunde nachgeschlagen.